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Wie sich die Dampfer-Community entwickelte - vom Screwdricver Selbstbauprojekt zum Brunhilde RDTA

In den letzten Jahren hat sich eine tolle Community rund um die E-Zigaretten entwickelt. Rege wird sich in Foren und an Stammtischen ausgetauscht. Es werden Liquids aktiv mitgestaltet und an der Entstehung von Hardware mitgewirkt. Über Petitionen wird sich auch politisch engagiert. Dieser Beitrag befasst sich mit der Dampfer-Community:

Der erste Akkuträger für E-Zigaretten wurde nicht von einem großem Hersteller, sondern von einem englischem Tüftler namens Trog entwickelt. Der neue Brundhilde RDTA entstand auf Betreiben von über 100 Vape-Enthusiasten.

Die Geschichte der E-Zigarette in aller Kürze

Im Jahre 1963 beantragte der Amerikaner H.A. Gilbert ein Patent für eine von ihm entwickelte elektronische Zigarette. Diese wurde allerdings nie produziert. Erst über 40 Jahre später brachte der Entwickler Hon Lik eine E-Zigarette auch den chinesischen Markt. Allerdings funktionierte diese E-Zigarette mit Ultraschallwellen. Das englische Unternehmen »Gamucci« entwickelte 2006 einen Cartomizer, welcher nach dem prinzip der erhitzten Spulen arbeitet. Dies Prinzip hat sich als das heute gängige etabliert.

Wenngleich sich dieses Prinzip für E-Zigaretten nicht auf Anhieb verbreitete, fand es doch in vielen Interessierten schon ein begeistertes Publikum. Die von den Herstellern bereitgestellten Akkus reichten oft vielen Vapern, welche derzeit noch e-Raucher genannt wurden, oft nicht aus. Zum Vergleich: 2007 wurde das Gamucci-Gerät auf dem englischen Markt eingeführt. Bereits Anfang 2009 reviewte GrimmGreen, heute einer der aktivsten Youtuber der Dampfer-Community mit fast 400.000 Abonnenten, Trogs Screwdriver: einen elektrischer Schraubenzieher, der zum Betrieb mit einem Cartomizer umfunktioniert worden war.

Woher kommt der Name »Mod«?

Die ersten Mods waren tatsächlich modifizierte, umgebaute Taschenlampen, Schraubendreher oder andere elektronische Geräte, die mit einem wechselbaren Akku betrieben werden konnten. Heute gibt es leistungsfähige, geregelte und regulierte Geräte. Da erscheinen die Mods der Anfangszeit als leichtsinnig. Dennoch ist interessant, dass der Akkuträger für E-Zigaretten, ein heute weltweit am Markt etabliertes Produkt, stammt nicht aus dem Entwicklungslabor eines großen Konzerns, sondern aus der Werkstatt eines Bastlers.

Die Dampfer-Community vernetzte sich an Stammtischen und Internetforen

Ideen wie die von Trog und anderen Tüftlern verbreiteten sich einerseits über regionale Dampferstammtische, die zunächst in Kneipen oder im privaten Rahmen organisiert wurden und die bis heute, mittlerweile auch in Vape-Shops, stattfinden und sich großer Beliebtheit erfreuen. Eine große Rolle für die Dampfer-Community spielte natürlich aber auch das Internet mit seinen zahlreichen Social Media Plattformen. Das wohl bekannteste deutsche Forum war das e-rauchen-forum. Der Name wirkt in einer Zeit, in der wir alle nicht müde werden zu betonen, dass Dampfen nicht Rauchen ist, längst überholt. Der Begriff des Dampfens oder Vapens war jedoch zu Zeiten der Gründung schlicht noch nicht etabliert! Mittlerweile wird das Forum übrigens mit passenderem Namen als e-dampfen-forum erfolgreich weitergeführt. Nicht aus der Dampfer-Community wegzudenken sind auch die vielfältigen Aktivitäten auf der Plattform YouTube. Steamshots, der erfolgreichste deutsche Dampfkanal verzeichnet heute 121.000 Abonnenten, Betreiber Thomas Frohnert veröffentlichte seit 2016 fast 700 Videobeiträge.

Vape Hardware von Euphrat bis Brunhilde gemacht von der Dampfer-Community

Mehr als in anderen Branchen ist es im E-Zigaretten-Bereich so, dass die Anwender der Dampfer-Community mit guten Ideen für neue Produkte selbst zu Herstellern und Unternehmern werden oder aber mit den großen Produzenten zusammenarbeiten. Der passionierte Vaper, Falk Wissendorf, welcher Entwickler der legendären Euphrat RDA ist, war nicht von vornherein Unternehmer, welcher einen marktfähigen Verdampfer bauen wollte, sondern wollte er einen Verdampfer bauen, der bestmögliche Eigenschaften vereinte. Sein Label Cloud Tip entstand vor diesem Hintergrund. Dass er in der Dampfer-Community bestens vernetzt war und neben seiner eigenen Erfahrungen auch auf die Erkenntnisse anderer Vaper zurückgreifen konnte, dürfte den Euphrat zu dem gemacht haben, was er bis heute ist. Auch etablierte internationale Hersteller greifen gern auf die Expertise der Basis zurück. Kollaborationen, wie die zwischen Mike Vapes und Unternehmen wie Vandy Vapes oder Augvape, oder die Zusammenarbeit von Phil Busardo und Dimitris Agrafiotis mit dem Produzenten Innokin sind keine Seltenheit. Das aktuellste Beispiel für durch Vaper generierte Hardware dürfte der Brunhilde RDTA sein. Anfang 2018 startete der auch als Dampfwolke 7 bekannte Youtuber Martin Hartkopf über Facebook einen Aufruf zur gemeinsamen Entwicklung eines Selbstwickel-Tankverdampfers. Gemeinsam mit 102 Mitstreitern formte er die German 103, die ein Jahr lang an dem Gerät bastelten, tüftelten und entwickelten. Mit der Produktion des Verdampfers wurde der chinesische Hersteller Vapefly beauftragt.

Das politische Engagement der Dampfer-Community

Das Engagement der Dampfer-Community beschränkt sich indes nicht allein auf Produkte und Geräte. Die E-Zigarette – von Außenstehenden nach wie vor oft als neu und vielleicht unsicher wahrgenommen – hatte und hat es bis heute im gesellschaftlichen Diskurs nicht immer leicht. Zur Aufklärung rund um das Dampfen, welches weniger schädlich als das Rauchen ist, tragen vor allem auch engagierte Nutzerinnen und Nutzer aus der Dampfer-Community bei. Die Petition der europäischen Bürgerinitiative Vaping Is NOT Tobacco, die sich für eine sinnvolle Regulierung der E-Zigarette losgelöst von Tabakprodukten einsetzt, wurde bis heute von fast 50.000 Menschen europaweit unterzeichnet. Auch Einzelpersonen, wie der in Monheim am Rhein ansässige Blogger Joey Hoffmann mit seinem Blog vapers.guru tragen mit fundierten, gut recherschierten Hintergrundberichten zur objektiven Aufklärung um das Thema bei. Als Mitte des Jahres 2019 in den USA illegal in den Markt gebrachte E-Joints in Deutschland auch der E-Zigarette eine Flut an negativer Berichterstattung bescherten, bemühte sich die Initiative “Dampfen statt Rauchen” um eine objektive Aufarbeitung der Vorfälle.

Laut Statista nutzten allein in Deutschland im Jahre 2017 ca. 3,7 Millionen Menschen regelmäßig die E-Zigarette. Das unabhängige Informationsportal Egarage spricht von 9 Millionen aktiven Dampfern in den USA und gar 31 Millionen US-Bürgern, die die E-Zigarette probiert haben.

Die Aktivitäten aller Vaper weltweit in einen Bericht zu fassen ist schlicht unmöglich. Wir hoffen, das dieser kurze, schlaglichtartige Beitrag dennoch hilft, die Dampfer-Community als das darzustellen was sie ist: eine lose Gemeinschaft gleichgesinnter, interessierter und engagierter Leute, die sich gemeinsam für ein tolles Produkt begeistern und vielleicht auf die eine oder andere Art mit ihrem Enthusiasmus anstecken. Danke Euch allen, dass Ihr dabei seid!

Rauch-Haus-West Leipzig Lindenau